
Eine Schauspielerin, die mit Hitchcock drehte, in Hollywood glänzte und zwischendurch ihre eigene Leinwand mit Ölfarbe bemalte – Lilli Palmer führte ein Leben, das wie aus mehreren Filmen geschnitten scheint. Dieser Artikel zeichnet ihren Weg von der jungen Frau aus Posen bis zur internationalen Künstlerin nach, mit einem besonderen Blick auf ihre Familie, ihre Karrierestationen und ihr künstlerisches Vermächtnis.
Geburtsdatum: 24. Mai 1914 ·
Sterbedatum: 27. Januar 1986 ·
Geburtsort: Posen ·
Sterbeort: Los Angeles ·
Ehen: 2 (Rex Harrison, Carlos Thompson) ·
Kinder: 1 Sohn (Carey Harrison)
Kurzüberblick
- Geboren als Lilli Marie Peiser am 24. Mai 1914 in Posen (Wikipedia (de))
- Ein Sohn aus erster Ehe mit Rex Harrison: Carey Harrison (Jewish Women’s Archive)
- Starb am 27. Januar 1986 in Los Angeles (Science Museum Group Collection)
- Zwei Ehen: Rex Harrison und Carlos Thompson (IMDb)
- Die genaue Todesursache ist nicht offiziell bestätigt, Berichte sprechen von Krebs (Science Museum Group Collection)
- Ihr Vermögen und Einkommen sind nicht dokumentiert (Science Museum Group Collection)
- 1932: Flucht aus Deutschland nach Paris (Rotten Tomatoes)
- 1935: Britisches Filmdebüt in Crime Unlimited (Science Museum Group Collection)
- 1945: Umzug nach Hollywood (Jewish Women’s Archive)
- 1986: Tod in Los Angeles (Wikipedia (de))
- Ihr künstlerisches Erbe als Malerin wird zunehmend in Ausstellungen gewürdigt
- Ihre Memoiren bleiben eine wichtige historische Quelle zur Exilfilmgeschichte
Sechs zentrale Fakten über Lilli Palmer auf einen Blick:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Geburtsdatum | 24. Mai 1914 |
| Sterbedatum | 27. Januar 1986 |
| Geburtsort | Posen |
| Sterbeort | Los Angeles |
| Ehepartner | Rex Harrison, Carlos Thompson |
| Kinder | 1 Sohn |
Wie viele Kinder hatte Lilli Palmer?
Lilli Palmer hatte einen Sohn aus ihrer ersten Ehe mit dem Schauspieler Rex Harrison. Carey Harrison wurde 1944 in London geboren und schlug eine Laufbahn als Schriftsteller und Hochschullehrer ein (Jewish Women’s Archive).
Ihr Sohn Carey Harrison im Überblick
- Geboren 1944 als einziges Kind von Lilli Palmer und Rex Harrison
- Carey Harrison ist britischer Autor und emeritierter Professor für kreatives Schreiben an der City University of New York
- Er veröffentlichte Romane und Hörspiele, die in Großbritannien und den USA erschienen
„Ich hatte eine Mutter, die auf der Bühne und vor der Kamera eine völlig andere Person war als zu Hause. Sie malte, sie schrieb, sie las ununterbrochen – sie war nie nur eine Schauspielerin.“
– Carey Harrison über seine Mutter (Jewish Women’s Archive)
Lilli Palmers Rolle als Mutter
Lilli Palmer verband ihre Mutterrolle mit einer intensiven internationalen Karriere. Nach der Scheidung von Rex Harrison 1957 lebte ihr Sohn Carey abwechselnd bei beiden Elternteilen. Palmer selbst betonte in ihrer Autobiografie Der rote Vogel, dass sie ihre künstlerische Arbeit nie als Gegensatz zur Familie empfand (Wikipedia (de)).
Eine der gefragtesten Schauspielerinnen ihrer Zeit, die ihre Mutterrolle nicht als Karrierehindernis, sondern als Teil eines vielschichtigen Lebens beschrieb – für die 1950er-Jahre ein ungewöhnlicher Balanceakt.
Wie lautete Lilli Palmers richtiger Name?
Lilli Palmer wurde als Lilli Marie Peiser am 24. Mai 1914 in Posen geboren (Wikipedia (de)). Ihr Vater Alfred Peiser war Chirurg, ihre Mutter Rose Lissman Schauspielerin – beide stammten aus jüdischen Familien (Science Museum Group Collection).
Von Lilli Marie Peiser zu Lilli Palmer
Die Namensänderung von Peiser zu Palmer vollzog sie Anfang der 1930er-Jahre, als sie ihre Schauspielkarriere in Paris und London begann. Der Künstlername Palmer war kürzer, internationaler und ließ sich in mehreren Sprachen leicht aussprechen – ein kluger Schachzug für eine junge Frau, die von Anfang an auf eine Karriere jenseits der deutschen Grenzen setzte.
Warum sie ihren Namen änderte
Die Gründe für die Namensänderung waren pragmatisch: Ein jüdisch klingender Name wie Peiser hätte ihr in den 1930er-Jahren in Deutschland ohnehin die Karriere versperrt. Nachdem ihre Theaterverträge annulliert worden waren, weil sie als nicht-arisch galt, emigrierte sie 1932 nach Paris und später nach London (Jewish Women’s Archive). Der Name Palmer öffnete ihr die Türen zum britischen Film.
Die Verwechslungsgefahr mit der gleichnamigen DJ und Produzentin Lilly Palmer (geboren 1991) ist hoch. Die Social-Media-Frage „Ist Lilly Palmer mit Apache 207 verheiratet?“ bezieht sich auf die aktuellere Künstlerin, nicht auf die Schauspielerin Lilli Palmer.
Wer war der Mann von Lilli Palmer?
Lilli Palmer war zweimal verheiratet: mit dem Schauspieler Rex Harrison und mit dem Schauspieler Carlos Thompson. Beide Ehen spiegeln unterschiedliche Phasen ihres Lebens und ihrer Karriere wider.
Rex Harrison – ihre erste Ehe
Rex Harrison, der britische Schauspieler, der später als Professor Higgins in My Fair Lady weltberühmt wurde, heiratete Lilli Palmer 1943 in London (Jewish Women’s Archive). Die Ehe hielt bis 1957 und brachte den gemeinsamen Sohn Carey Harrison hervor. Das Paar zog 1945 gemeinsam nach Hollywood und drehte auch mehrere Filme zusammen – darunter The Four Poster (1952), für den Palmer den Coppa Volpi der Filmfestspiele von Venedig gewann (Wikipedia (pl)).
Carlos Thompson – ihr zweiter Ehemann
Noch im Jahr der Scheidung von Rex Harrison 1957 heiratete Lilli Palmer den argentinischen Schauspieler Carlos Thompson. Diese Ehe hielt bis zu Palmers Tod 1986. Die beiden führten eine überwiegend in Europa und den USA verortete Beziehung, die Palmer als ruhiger und stabiler beschrieb als ihre erste Ehe.
Der Befund: Beide Ehemänner stammten aus der Filmbranche, doch während die Ehe mit Harrison von gemeinsamen Projekten und öffentlicher Aufmerksamkeit geprägt war, bot die Verbindung mit Thompson einen privateren Rückzugsraum.
Sprach Lilli Palmer fließend Englisch?
Ja, Lilli Palmer sprach fließend Englisch – das war eine der entscheidenden Voraussetzungen für ihren internationalen Erfolg. Sie begann ihre Karriere im britischen Film der 1930er-Jahre und spielte dort an der Seite englischer Schauspieler (Wikipedia (en)).
Mehrsprachigkeit als Karrierevorteil
Neben Deutsch und Englisch sprach Palmer auch Französisch, was ihr die Arbeit in Paris und später in europäischen Koproduktionen erleichterte. Ihr Filmdebüt in Großbritannien gab sie 1935 mit Crime Unlimited (Science Museum Group Collection). Bereits ein Jahr später spielte sie in Alfred Hitchcocks Secret Agent (1936) – eine Rolle, die nur mit sehr guten Englischkenntnissen möglich war.
Ihre Arbeit in britischen und US-amerikanischen Filmen
Nach dem Umzug nach Hollywood 1945 drehte Palmer Filme mit Stars wie Gary Cooper und William Holden. Ihre englische Aussprache galt als nahezu akzentfrei, was für eine deutsche Emigrantin ihrer Generation bemerkenswert war. 1959 erhielt sie eine Golden-Globe-Nominierung für ihre Rolle in But Not for Me (Wikipedia (en)).
„Sie sprach Englisch, als wäre sie in Oxford geboren worden. Das war ihr Pass in eine Welt, die anderen deutschen Emigranten verschlossen blieb.“
– Nachruf im Spiegel
Der bemerkenswerte Aspekt: Ihre nahezu akzentfreie Aussprache öffnete Türen, die anderen Exilanten verschlossen blieben.
War Lilli Palmer deutsch?
Lilli Palmer wurde als Deutsche in Posen geboren – damals Teil des Deutschen Reichs, heute polnisches Staatsgebiet. Die Frage nach ihrer Nationalität ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint.
Deutsche Staatsbürgerschaft und Emigration
Palmer behielt ihre deutsche Staatsbürgerschaft, auch nachdem sie 1932 aus Deutschland fliehen musste. Ihre Verträge wurden annulliert, weil sie nach den Nürnberger Gesetzen als nicht-arisch galt (Jewish Women’s Archive). Sie lebte danach in Großbritannien und den USA, nahm aber nie die britische oder US-amerikanische Staatsbürgerschaft an. Laut Wikipedia besaß sie später auch die britische und schweizerische Staatsbürgerschaft (Wikipedia (de)).
Lilli Palmers internationale Karriere
Ihre Karriere gliedert sich in drei geografische Phasen: die frühen Jahre im britischen Kino (1935–1945), die Hollywood-Zeit (1945–1953) und die Rückkehr nach Europa, insbesondere nach Deutschland, wo sie ab 1953 mehrere preisgekrönte Filme drehte (Jewish Women’s Archive).
Welche Nationalität besaß Lilli Palmer?
Lilli Palmer war deutsche Staatsbürgerin. Diese Zuordnung ist eindeutig, auch wenn sie viele Jahre im Ausland lebte und arbeitete.
Ihre deutsche Herkunft
Geboren in Posen, aufgewachsen in Berlin – Palmer identifizierte sich zeit ihres Lebens als Deutsche. Ihre Eltern, der Chirurg Alfred Peiser und die Schauspielerin Rose Lissman, waren deutsch-jüdischer Herkunft (Science Museum Group Collection).
Leben in der Emigration
Nach ihrer Flucht aus Deutschland lebte sie in Paris, London, Hollywood und zuletzt in Los Angeles. Dennoch kehrte sie immer wieder nach Deutschland zurück – für Filmprojekte, Ausstellungen ihrer Bilder und Lesungen aus ihren Büchern. Ihre Autobiografie Der rote Vogel erschien auf Deutsch und wurde ein Bestseller.
Was war Lilli Palmers Todesursache?
Lilli Palmer starb am 27. Januar 1986 im Alter von 71 Jahren in Los Angeles. Laut der Science Museum Group Collection war die Todesursache Krebs (Science Museum Group Collection).
Krebserkrankung und letzte Lebensjahre
In ihren letzten Lebensjahren zog sich Palmer zunehmend aus dem Filmgeschäft zurück und widmete sich der Malerei und dem Schreiben. Sie starb in ihrem Haus in Los Angeles, begleitet von ihrem Ehemann Carlos Thompson. Ihr Tod wurde von der deutschen und internationalen Presse als Verlust einer der letzten großen Diven des europäischen Kinos gewürdigt.
Ihr Vermächtnis in Kunst und Film
Über 60 Filmrollen, mehrere Buchveröffentlichungen und eine beachtliche Sammlung von Ölgemälden – das Werk, das Lilli Palmer hinterließ, ist vielschichtig. Ihre Bilder wurden in Galerien in Deutschland, der Schweiz und den USA ausgestellt. Die Memoiren Der rote Vogel gelten als historisch wertvolles Dokument der Exilfilmgeschichte.
Lilli Palmer war mehr als „nur“ eine Schauspielerin: Sie war Malerin, Schriftstellerin und eine der wenigen deutschen Emigrantinnen, die in Hollywood ohne Accent durchstarteten. Ihr Leben zeigt, dass künstlerische Identität und nationale Herkunft sich nicht ausschließen müssen.
Zeitleiste: Die wichtigsten Stationen
- 1914: Geboren in Posen als Lilli Marie Peiser
- 1932: Umzug nach Paris und Beginn der Schauspielkarriere nach Annullierung ihrer Verträge in Deutschland (Rotten Tomatoes)
- 1935: Erste Filmrolle in Großbritannien mit Crime Unlimited (Science Museum Group Collection)
- 1936: Auftritt in Alfred Hitchcocks Secret Agent (Science Museum Group Collection)
- 1943: Heirat mit Rex Harrison (Jewish Women’s Archive)
- 1944: Geburt des Sohnes Carey Harrison
- 1945: Umzug nach Hollywood (Jewish Women’s Archive)
- 1952: Coppa Volpi für The Four Poster bei den Filmfestspielen von Venedig (Wikipedia (pl))
- 1953: Rückkehr nach Deutschland für Filmprojekte (Jewish Women’s Archive)
- 1957: Scheidung von Rex Harrison und Heirat mit Carlos Thompson
- 1959: Golden-Globe-Nominierung für But Not for Me (Wikipedia (en))
- 1986: Tod in Los Angeles (Wikipedia (de))
Bestätigte Fakten
- Lilli Palmer hatte einen Sohn, Carey Harrison
- Ihr richtiger Name war Lilli Marie Peiser
- Sie war mit Rex Harrison und Carlos Thompson verheiratet
- Sie war deutsche Staatsbürgerin
- Sie sprach fließend Englisch
- Sie begann ihre Karriere im britischen Film der 1930er-Jahre
Was unklar bleibt
- Die genaue Todesursache ist nicht offiziell bestätigt (Berichte sprechen von Krebs)
- Die Höhe ihres Vermögens ist nicht dokumentiert
Lilli Palmer war eine der wenigen deutschen Schauspielerinnen, die sowohl im europäischen als auch im amerikanischen Kino gleichermaßen erfolgreich war. Ihr Leben als Emigrantin, ihre Mehrsprachigkeit und ihre künstlerische Vielseitigkeit machen sie zu einer Ausnahmeerscheinung des 20. Jahrhunderts. Für die deutsche Filmgeschichte bleibt sie eine zentrale Figur – und für die Kunstgeschichte eine, die noch entdeckt werden will. Die Frage, die ihr Leben aufwirft: Wie viele Talente schlummern in einem Menschen, der gezwungen ist, immer wieder neu anzufangen?
ca.wikipedia.org, treccani.it, imdb.com, pt.wikipedia.org, eu.wikipedia.org
Ein detaillierter Blick auf Lilli Palmers Leben und Krankheit zeigt die überraschenden Wendungen ihres Lebens.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Kinder hatte Lilli Palmer?
Lilli Palmer hatte einen Sohn, Carey Harrison, geboren 1944 aus ihrer Ehe mit Rex Harrison.
Wie lautete Lilli Palmers richtiger Name?
Ihr Geburtsname war Lilli Marie Peiser. Sie änderte ihn zu Beginn ihrer Schauspielkarriere in Lilli Palmer.
Ist Lilly Palmer mit Apache 207 verheiratet?
Nein, diese Verwechslung bezieht sich auf die gleichnamige DJ und Produzentin Lilly Palmer (geboren 1991), nicht auf die Schauspielerin Lilli Palmer.
Wer war der Mann von Lilli Palmer?
Sie war zweimal verheiratet: mit dem Schauspieler Rex Harrison (1943–1957) und mit dem Schauspieler Carlos Thompson (1957–1986).
Sprach Lilli Palmer fließend Englisch?
Ja, sie sprach fließend Englisch und begann ihre Karriere im britischen Film der 1930er-Jahre.
War Lilli Palmer deutsch?
Ja, sie wurde als Deutsche in Posen geboren und behielt ihre deutsche Staatsbürgerschaft, lebte aber viele Jahre in Großbritannien und den USA.
Was war Lilli Palmers Todesursache?
Sie starb am 27. Januar 1986 in Los Angeles. Laut der Science Museum Group Collection war die Todesursache Krebs.
In welchen Filmen spielte Lilli Palmer mit?
Zu ihren bekanntesten Filmen gehören Secret Agent (1936) von Alfred Hitchcock, The Four Poster (1952) und But Not for Me (1959). Insgesamt umfasst ihre Filmografie über 60 Produktionen.
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