Die türkische Community in Deutschland ist nicht nur eine der größten Einwanderergruppen – sie kämpft auch mit erstaunlich großen Disparitäten bei den verfügbaren Zahlen zu ihrer eigenen Größe. Der Unterschied liegt im Detail: Erfasst das Statistische Bundesamt türkische Staatsbürger oder Personen mit türkischem Migrationshintergrund? Ein genauer Blick auf die Daten von Destatis, Statista und dem BAMF zeigt, wie sich die Zahlen unterscheiden und warum das für das Verständnis der Bevölkerungsstruktur hierzulande entscheidend ist.

Türkische Staatsangehörige: 1,54 Millionen (2024, Statista) · Türkeistämmige gesamt: ca. 2,9 Millionen · Migrationshintergrund-Anteil: 30,4 % der Bevölkerung (2024, Destatis)

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • 1,54 Millionen Menschen besitzen die türkische Staatsbürgerschaft (Statista)
  • 2,9 Millionen haben einen türkischen Migrationshintergrund (SVR)
  • Türken sind die größte ausländische Gruppe vor Ukraine und Syrien (BIB)
2Was unklar ist
  • Exakte Zahl der Türkeistämmigen für 2024 schwankt je nach Quelle zwischen 2,9 und 3 Millionen
  • Fehlende belastbare Prognose für 2026
  • Aufschlüsselung nach Bundesländern nicht in allen Erhebungen verfügbar
3Zeitleisten-Signal
  • 2015: 1,5 Millionen türkische Staatsangehörige, 2,9 Millionen mit Migrationshintergrund
  • 2024: Rückgang auf 1,54 Millionen Staatsbürger trotz anhaltender Zuwanderung
  • Trend: Einbürgerungen verändern das Verhältnis
4Wie es weitergeht
  • Zahl der türkischen Staatsangehörigen wird weiter sinken, wenn Einbürgerungen steigen
  • Türkeistämmige Bevölkerung bleibt stabil oder wächst leicht
  • Neues Staatsbürgerschaftsrecht ab 2024 beschleunigt diesen Trend
Kategorie Anzahl Quelle
Türkische Staatsangehörige (2024) 1,54 Millionen Statista
Türkischer Migrationshintergrund (2023) ca. 2,9 Millionen SVR
Gesamtbevölkerung mit Migrationshintergrund (2024) 25,2 Millionen Destatis
Deutsche mit Migrationshintergrund (2024) 13,0 Millionen Destatis
Ausländische Bevölkerung (Ende 2024) 14.062.000 Destatis
Migrationshintergrund-Anteil (2024) 30,4 % Statista
Menschen mit Einwanderungsgeschichte (2024) 21,2 Millionen Destatis
Zuzug aus Türkei (2022–2024) 112.000 Destatis

Wie viele Türken leben in Deutschland insgesamt?

Die am häufigsten zitierte Zahl für in Deutschland lebende Türken sind die 1,54 Millionen türkischen Staatsbürger aus dem Jahr 2024 (Statista). Diese Zahl erfasst jedoch nur Personen mit einem türkischen Pass – sie unterschätzt die tatsächliche Größe der Community erheblich.

Unterschied zu türkeistämmigen Personen

Der Begriff „türkeistämmig” umfasst drei Gruppen: Eingewanderte aus der Türkei, in Deutschland geborene Nachkommen dieser Eingewanderten und Personen, die eine deutsche Staatsbürgerschaft angenommen haben, aber türkischer Herkunft sind. Die Schätzungen für diese breitere Gruppe liegen bei etwa 2,9 Millionen (SVR) bis 3 Millionen Personen.

Die Differenz zwischen den beiden Zahlen erklärt sich durch Einbürgerungen: Schon 2015 besaßen 36 Prozent der Türkeistämmigen im Alter von 18 bis 80 Jahren die deutsche oder eine doppelte Staatsangehörigkeit (BAMF). Mit dem seit Juni 2024 geltenden neuen Staatsbürgerschaftsrecht, das unter anderem die doppelte Staatsbürgerschaft erleichtert, dürfte dieser Trend an Dynamik gewinnen.

Was die Zahlen bedeuten

Die Türkei bleibt das größte einzelne Herkunftsland für Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Die 1,54 Millionen Staatsbürger sind dabei nur die Spitze des Eisbergs – die tatsächliche Community mit türkischen Wurzeln ist fast doppelt so groß.

Aktuelle Zahlen 2024

Nach aktuellen Destatis-Daten lebten 2024 rund 25,2 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, was einem Anteil von 30,4 Prozent der Bevölkerung entspricht (Destatis). Davon sind 12,2 Millionen ausländische Staatsangehörige und 13,0 Millionen Deutsche mit Migrationshintergrund. Die türkische Community macht somit rund 11,5 Prozent aller Menschen mit Migrationshintergrund aus.

Im Gegensatz dazu besitzen die 1,54 Millionen türkischen Staatsbürger einen Anteil von etwa 11 Prozent an der gesamten ausländischen Bevölkerung von 14,062 Millionen (Destatis). Türkische Staatsangehörige bleiben damit die größte ausländische Gruppe in Deutschland, noch vor der Ukraine und Syrien.

Die Zahl der türkischen Staatsbürger ist dabei trotz anhaltender Zuwanderung leicht rückläufig – ein Zeichen dafür, dass Einbürgerungen die Statistik stärker verändern als Neuzuwanderungen.

Fazit: Für die Gesamtbevölkerung mit türkischem Migrationshintergrund stehen etwa 2,9 Millionen Menschen; für türkische Staatsbürger 1,54 Millionen. Die Differenz erklärt sich durch Einbürgerungen und in Deutschland geborene Nachkommen.

Wie viele türkeistämmige Menschen leben in Deutschland?

Der Begriff „Migrationshintergrund” wird vom Statistischen Bundesamt seit 2005 verwendet und umfasst nach Destatis-Definition Personen, die nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik zugewandert sind, sowie in Deutschland geborene Kinder dieser Zugewanderten (Destatis).

Migrationshintergrund-Definition

Für türkeistämmige Personen bedeutet das konkret: Wer aus der Türkei zugewandert ist, zählt ebenso dazu wie dessen in Deutschland geborene Kinder und Enkel – unabhängig von der aktuellen Staatsbürgerschaft. Schätzungen zufolge hatten 2024 etwa 2,9 Millionen Personen einen türkischen Migrationshintergrund (SVR).

Die BAMF-Studie zu Türkeistämmigen in Deutschland bezifferte diese Gruppe 2015 noch auf 2,9 Millionen, davon 1,5 Millionen mit türkischer Staatsangehörigkeit (BAMF). Die Türkei war damit das größte einzelne Herkunftsland für Personen mit Migrationshintergrund. Dieser Status hat sich trotz neuer Zuwanderergruppen aus Syrien, Rumänien und Bulgarien gehalten.

Zur Einordnung

Türkeistämmige machen etwa 3,5 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands aus. Das erscheint zunächst gering, doch in absoluten Zahlen ist es die größte Diaspora-Gruppe des Landes.

Historische Entwicklung

Die Zuwanderung aus der Türkei lässt sich in mehrere Phasen gliedern: Anwerbeabkommen in den 1960er und 1970er Jahren, Familiennachzug in den 1980ern, Neuzuwanderung seit den 2000ern. Zwischen 2022 und 2024 wanderten nach Destatis-Angaben rund 112.000 Personen aus der Türkei zu (Destatis).

Diese Zahlen zeigen: Die türkische Community in Deutschland ist nicht nur historisch gewachsen, sondern bleibt auch heute eine der bedeutendsten Zuwanderergruppen. Gleichzeitig verändert sich ihre Zusammensetzung durch Einbürgerungen und den wachsenden Anteil in Deutschland geborener Nachkommen.

Die Wachstumsdynamik ist dabei ambivalent: Einerseits geht die Zahl der türkischen Staatsbürger trotz Zuzug zurück, andererseits bleibt die Gruppe der Türkeistämmigen insgesamt stabil oder wächst leicht. Das neue Staatsbürgerschaftsrecht dürfte diesen Trend in den kommenden Jahren verstärken.

Welche Nationalität ist am meisten in Deutschland vertreten?

Unter den ausländischen Staatsangehörigen in Deutschland sind türkische Staatsbürger mit 1,54 Millionen die mit Abstand größte Gruppe (BIB). Erst danach folgen Staatsangehörige aus Syrien, Polen, Rumänien und der Ukraine.

Vergleich mit anderen Gruppen

Wenn man jedoch den Migrationshintergrund betrachtet, verschiebt sich das Bild: Polen liegt mit etwa 2,2 Millionen Personen auf Platz zwei hinter der Türkei mit 2,9 Millionen (SVR). Die Unterschiede zeigen: Je nach Definition – Staatsangehörigkeit oder Herkunft – fällt die Rangliste unterschiedlich aus.

Diese Diskrepanz zwischen Staatsangehörigkeits- und Herkunftsranglisten illustriert, wie stark die gewählte Definition das Ergebnis verzerrt. Wer nur auf Passinhaber schaut, unterschätzt die tatsächliche Community um fast das Doppelte.

Staatsangehörigkeit Nach Migrationshintergrund Anmerkung
Türkei (1,54 Mio.) Türkei (2,9 Mio.) Größte ausländische Gruppe; größtes Herkunftsland
Ukraine Polen (2,2 Mio.) Starker Anstieg seit 2022
Syrien Russland Hoher Einbürgerungsanteil bei Russland
Polen Kasachstan Spätaussiedler-Hintergrund

Die Tabelle verdeutlicht: Dieselbe Personengruppe erscheint in beiden Rankings auf Platz eins, doch die Abstände zu den Followern unterscheiden sich fundamental je nach Zählweise.

Italiener in Deutschland

Die italienische Community in Deutschland zählt etwa 860.000 Staatsbürger und gehört damit zu den größten Ausländergruppen, liegt aber deutlich hinter der türkischen. Die italienische Zuwanderung verlief historisch ähnlich wie die türkische – beide begannen in den 1960er Jahren mit Anwerbeabkommen.

Der entscheidende Unterschied: Italiener haben sich schneller einbürgern lassen und sind stärker in den Arbeitsmarkt integriert. Nach Expertenschätzungen des Zentrums für Türkeistudien weist die türkischstämmige Bevölkerung weiterhin höhere Arbeitslosenquoten auf als vergleichbare Migrantengruppen.

Die Kluft

Trotz über 60 Jahren Präsenz in Deutschland gelingt der türkischen Community der vollständige Zugang zum Arbeitsmarkt langsamer als anderen vergleichbaren Gruppen. Das Zentrum für Türkeistudien sieht darin eine strukturelle Herausforderung, die sich nicht allein mit Bildungserfolgen erklären lässt.

Welche Stadt in Deutschland hat die meisten Türken?

Die regionale Verteilung der türkeistämmigen Bevölkerung ist höchst ungleichmäßig. Traditionelle Industriestädte in Nordrhein-Westfalen und Hessen weisen die höchsten Anteile auf.

Türken in Berlin

Berlin gilt als größte deutsche Stadt mit der höchsten absoluten Zahl an Türkeistämmigen. Die Community konzentriert sich vor allem in Bezirken wie Kreuzberg, Neukölln und Wedding – Stadtteile mit langer Migrationsgeschichte. Schätzungen zufolge leben in der Hauptstadt mehrere Hunderttausend Türkeistämmige.

Verteilung nach Bundesländern

Bundesweit am höchsten ist der Anteil türkeistämmiger Menschen an der ausländischen Bevölkerung in Städten wie Herne, Bottrop, Gelsenkirchen und Miltenberg – dort liegt er bei rund 27 Prozent (Mediendienst Integration). Nordrhein-Westfalen und Hessen sind die Bundesländer mit der stärksten türkischen Präsenz.

Das Beispiel Frankfurt zeigt, wie sich die Zahlen auf kommunaler Ebene darstellen: 248.477 Ausländer lebten 2024 in der Mainmetropole, was einem Anteil von 32 Prozent der Stadtbevölkerung entspricht (Statistikportal Frankfurt). Die türkische Community gehört dort zu den größten Migrantengruppen.

Diese Konzentration hat historische Wurzeln: Angeworbene Arbeitskräfte ließen sich bevorzugt in Städten mit hoher Industriekonzentration nieder. Die nachfolgenden Generationen blieben, auch als die Arbeitsplätze verschwanden.

Fazit: Die türkeistämmige Bevölkerung konzentriert sich auf das Ruhrgebiet und Südhessen. In Städten wie Herne und Gelsenkirchen stellen sie über ein Viertel der ausländischen Bevölkerung. Nordrhein-Westfalen bleibt das Bundesland mit der stärksten türkischen Präsenz.

Wie viele Türken sind arbeitslos in Deutschland?

Die Arbeitsmarktdaten für türkeistämmige Menschen zeigen ein gemischtes Bild. Einerseits haben sich die Integrationsfortschritte der vergangenen Jahrzehnte niedergeschlagen: Die zweite und dritte Generation ist besser gebildet als ihre Eltern, der Anteil der Studierenden und Azubis unter ihnen ist gestiegen.

Armut und Studie

Nach Analysen des Zentrums für Türkeistudien bleibt die Armutsgefährdungsquote unter Türkeistämmigen jedoch überdurchschnittlich hoch. Dies liegt nicht nur an niedrigeren Bildungsabschlüssen, sondern auch an der Segregation in benachteiligten Stadtteilen und an Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt.

Forschungsarbeiten des BAMF zeigen, dass türkeistämmige Migranten trotz vergleichbarer Qualifikation seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden als Bewerber ohne Migrationshintergrund. Diese strukturellen Barrieren wirken sich langfristig auf Karrierechancen und Einkommen aus.

Aktuelle Arbeitsmarktdaten

Konkrete Arbeitslosenquoten für Türkeistämmige werden von der Bundesagentur für Arbeit nicht separat erhoben. Die verfügbaren Daten beziehen sich meist auf ausländische Staatsangehörige insgesamt oder auf Menschen mit Migrationshintergrund. Nach Schätzungen des Zentrums für Türkeistudien liegt die Arbeitslosenquote unter türkeistämmigen Menschen über dem Durchschnitt aller Erwerbstätigen mit Migrationshintergrund.

Die Gründe sind komplex: Neben Diskriminierung spielen Branchenstruktur, Bildungsniveau und regionale Konzentration eine Rolle. Die türkische Community ist überdurchschnittlich in handwerklichen und industriellen Berufen vertreten – Sektoren, die vom Strukturwandel besonders betroffen sind.

Gleichzeitig zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahre: Die Aufstiegsmobilität nimmt zu. Jüngere Türkeistämmige mit Hochschulabschluss erreichen zunehmend Führungspositionen in Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlichem Dienst. Die Community ist also weniger statisch, als es stereotype Darstellungen vermuten lassen.

Das Zentrum für Türkeistudien beobachtet eine Polarisierung innerhalb der Community: Während ein wachsender Teil der jüngeren Generation in qualifizierte Berufe aufsteigt, bleibt eine substanzielle Gruppe in prekären Beschäftigungsverhältnissen gefangen. Diese Spaltung wird durch regionale Konzentrationen in strukturschwachen Gebieten verstärkt.

„Die Türkei stellt mit 2,85 Mio. Personen das einzelne größte Herkunftsland in Bezug auf die Bevölkerung mit Migrationshintergrund dar.”

— BAMF-Studie zu Türkeistämmigen in Deutschland

„Gut jede vierte Person in Deutschland hat eine Einwanderungsgeschichte.”

— Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Mai 2025

Verwandte Beiträge: Ausländer in Deutschland

Häufig gestellte Fragen

Gibt es 7 Millionen Türken in Deutschland?

Nein. Die Zahl von 7 Millionen türkischstämmigen Menschen in Deutschland ist eine veraltete Schätzung, die seit den 1990er Jahren immer wieder auftaucht. Nach aktuellen Daten von Destatis und SVR leben etwa 2,9 Millionen Menschen mit türkischem Migrationshintergrund in Deutschland. Die 7-Millionen-Zahl wurde nie durch offizielle Statistiken belegt.

Wie viele Türken leben in Deutschland mit deutschem Pass?

Schätzungen zufolge besitzen etwa 36 Prozent der Türkeistämmigen bereits die deutsche Staatsbürgerschaft oder eine doppelte Staatsangehörigkeit. Bei den in Deutschland Geborenen liegt dieser Anteil noch höher. Insgesamt ergibt sich daraus eine schwer exakt bezifferbare, aber gewachsene Gruppe eingebürgerter Türkeistämmiger.

Wie viele Türken leben in der Türkei?

Die Türkei hat etwa 85 Millionen Einwohner. Die in Deutschland lebenden türkeistämmigen Menschen machen somit weniger als 4 Prozent der türkischen Gesamtbevölkerung aus – dennoch ist die Zahl der Menschen mit türkischen Wurzeln im Ausland für die Türkei wirtschaftlich und politisch von erheblicher Bedeutung.

Wie viele Türken leben in Deutschland 2026?

Belastbare Prognosen für 2026 liegen nicht vor. Es ist jedoch zu erwarten, dass die Zahl der türkischen Staatsbürger weiter sinkt, während die Zahl der Türkeistämmigen mit deutschem Pass steigt. Der Saldo aus Zuzug, Einbürgerungen und natürlicher Bevölkerungsentwicklung bleibt schwer vorherzusagen.

Wie viele Türken leben in Europa?

In Europa leben nach Schätzungen etwa 5 bis 6 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln. Die größten Communities außerhalb Deutschlands befinden sich in Frankreich (geschätzt 500.000), den Niederlanden (400.000) und Österreich (270.000). Deutschland bleibt jedoch mit Abstand das wichtigste Zielland.

Wie viele Italiener leben in Deutschland?

Etwa 860.000 italienische Staatsbürger leben in Deutschland. Die italienische Community ist damit die zweit- oder drittgrößte ausländische Gruppe und historisch ähnlich alt wie die türkische. Im Unterschied zu Türkeistämmigen haben sich Italiener jedoch stärker assimiliert und weisen niedrigere Arbeitslosenquoten auf.

Sind Türken in Deutschland beliebt?

Beliebtheitsmessungen zeigen ein ambivalentes Bild. Integrationsstudien belegen, dass Türkeistämmige im Alltag überwiegend akzeptiert werden, während Islamophobie in bestimmten Milieus verbreitet ist. Die Community selbst ist stark gespalten – zwischen jenen, die sich als Teil der deutschen Gesellschaft sehen, und anderen, die eine separate Identität pflegen.

Wer ist die größte deutsche Diaspora?

Die größte Gruppe mit Migrationshintergrund in Deutschland stammt aus der Türkei, noch vor Polen, Russland und Kasachstan. In absoluten Zahlen: etwa 2,9 Millionen Menschen mit türkischem Migrationshintergrund. Die deutsche Diaspora im Ausland ist am größten in den USA, Polen und der Türkei selbst.

Fazit: Die türkische Community in Deutschland umfasst je nach Zählweise 1,54 Millionen Staatsbürger oder bis zu 2,9 Millionen Menschen mit türkischem Migrationshintergrund. Der Unterschied entsteht durch Einbürgerungen und in Deutschland geborene Nachkommen – eine Unterscheidung, die für das Verständnis der Bevölkerungsstruktur hierzulande entscheidend ist.

Für die deutsche Migrationspolitik bleibt die türkische Community ein Prüfstein: Drei Generationen nach den ersten Anwerbeabkommen zeigt sich, dass Integration kein-linearer Prozess ist. Die Herausforderungen bei Bildung, Arbeitsmarkt und sozialer Teilhabe sind nach wie vor ungelöst – gleichzeitig beweist der wachsende Anteil gut qualifizierter Türkeistämmiger, dass Aufstieg möglich ist. Das neue Staatsbürgerschaftsrecht könnte den Weg zur gleichberechtigten Teilhabe beschleunigen, doch die strukturellen Barrieren werden dadurch nicht automatisch fallen.